Bericht in der WAZ
Die WAZ, Westdeutschlands größte Zeitung berichtet über die unsere Danceakademy.
Die WAZ schreibt am 13.06.2003:
Eine "Akademie" macht Go-Gos mobil
Wer Disco-Profi werden will, sollte erst mal zur Schule gehen
Ihr Arbeitsplatz ist nur einen Quadratmeter groß und ziemlich laut. Alle Augen sind auf sie gerichtet, wenn Go-Go-Tänzer auf ihren Podesten eine Show abreißen, um Disco-Besucher zum Tanzen zu animieren. Doch wer ein Profi werden will, sollte erst mal in die Schule gehen. In diesem Fall: in die Go-Go-Schule.
Heute Abend sehen euch Tausende", sagt Trainerin Basia und versucht die 20 Teilnehmer des Go-Go-Kurses für Anfänger zu mehr Körperspannung zu überreden. "Du kannst die schönste Frau oder der schönste Mann der Welt sein, doch ohne gute Körpersprache merkt das keiner."
Da straffen sich die Rücken, da heben sich die Schultern. Beats hämmern, und 40 Arme machen die Welle. So nennt sich eine Figur, die als Stil-Element in jede Go-Go-Show eingebaut werden kann. Auch wenn die Musik mal Pause macht. "Immer weiter tanzen, nie aufhören."
Die Trainerin erklärt das Konzept der "Go-Go-Akademy". "Der zweitägige Workshop ist mit einem Auftritt am Samstagabend gekoppelt - da kann jeder ausprobieren, wie sich Tanzen vor Publikum anfühlt." Keiner wird gezwungen, aufs Podest zu steigen. "Da habe ich nicht die Figur für", sagt Senta (23). Sie hat den Kurs im Essener Fitness-Studio belegt, um in der Stammdisco Abwechslung in ihren Tanz-Stil zu bringen. Susa (19) dagegen outet sich als Exhibitionistin: "Ich will immer im Mittelpunkt stehen." Sie könnte sich eine Zukunft als Go-Go-Profi vorstellen.
Doch davor hat die Trainerin den Schweiß gesetzt. Auf dem Lehrplan steht jetzt Black-Music. Die Eleven üben den erotischen Hüftschwung, nebst sinnlicher Selbstberührung. Brust und Schritt sind allerdings Tabuzonen."Go-Go soll die Leute zwar animieren, aber mit Strip oder Tabledance hat es nichts zu tun", versichert Basia.
Die Küppersmühle am Duisburger Hafen, 23.30 Uhr. Die Go-Gos betreten leicht angespannt den knallvollen Laden und verschwinden in der Garderobe. Heute sind sie VIPs. Plötzlich steht Susa auf ihrem Podest und tanzt los, Bekannte im Publikum stoßen schrille Pfiffe aus. Susa lacht. In einer Art Käfig gehen Sina, Landi und Patrick ab. Landi (20), im Kurs eher unauffällig, dreht total auf: Bis ihr Bikini ins Rutschen gerät und sie zupfen muss. Weitertanzen. Landi hält die 15 Minuten souverän durch.
Wie ein Spuk sind die Go-Gos mit einem Mal verschwunden, Premiere geschafft. Doch an diesem Abend werden sie noch zu zwei weiteren Shows auftauchen. Im Nebel, wie aus dem Nichts, und dem Fußvolk einheizen - in der Nacht der tausend Augen.
Eva Schmidt
Go-Go ist im Unterschied zu Tango oder Fox eine Freestyle-Tanzform. Kurse werden erst von wenigen klassischen Tanzschulen angeboten.
Mit der "GoGo Akademy" hat Tanzlehrer Michael Ferber ein Konzept entwickelt, bei dem Interessierte in Workshops erste Erfahrungen sammeln können - zurzeit in Köln, Düsseldorf und Essen; Dortmund in Planung.
www.gogoschule.de